Glaube im Ortsbild
Steinerne und hölzerne Glaubenszeichen am Weg.
Wegekreuze gehören seit Jahrhunderten zum niederrheinischen Landschaftsbild. Auch in Delhoven erinnerten sie an Stifterfamilien, markierten Wegpunkte und waren sichtbare Zeichen gelebter Frömmigkeit. Manche standen einst frei in der Feldflur, andere rückten mit dem Wandel des Dorfes näher an Wege, Häuser und Gärten heran.
Die historischen Aufnahmen aus dem Jubiläumsbuch und die aktuellen Fotos zeigen diesen Wandel besonders deutlich: Einige Kreuze blieben erhalten, andere wurden erneuert oder in veränderter Form neu aufgestellt. Gemeinsam erzählen sie ein stilles, aber eindrucksvolles Kapitel Delhovener Ortsgeschichte.

Am Holzweg
Ein markantes Kreuz im wandelnden Dorfraum.
Zu den auffälligsten Delhovener Wegekreuzen gehört das Kreuz am Holzweg. Die historische Aufnahme zeigt die Anlage in einer älteren Gestalt und in einem deutlich offeneren Umfeld. Das heutige Bild macht sichtbar, wie stark sich der Ort in der Zwischenzeit verändert hat: Aus dem früheren Randbereich ist ein klar gefasster Teil des Dorfes geworden.
Trotz dieser Veränderungen blieb die Funktion des Kreuzes als sichtbares Glaubenszeichen erhalten. Noch immer markiert es einen vertrauten Punkt im Ortsbild und verbindet Erinnerungen früherer Generationen mit der Gegenwart.



Das ältere Steinkreuz
Ein Zeugnis aus dem Jahr 1752.
Besonders bemerkenswert ist das steinerne Wegekreuz mit der Datierung 1752. Schon auf der historischen Aufnahme ist die charakteristische Form des Schafts mit dem Strahlenmotiv zu erkennen. Heute steht das Kreuz geschützter im Grün und wirkt beinahe verborgen – gerade das lässt den langen Weg seiner Erhaltung besonders anschaulich werden.
Die Inschrift am Sockel verweist auf den Stifter und macht deutlich, dass solche Wegekreuze nicht nur Ausdruck persönlicher Frömmigkeit waren, sondern auch bewusst gesetzte Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum. Damit gehört das Kreuz zu den ältesten sichtbar erhaltenen Glaubenszeugnissen im Delhovener Umfeld.



Erneuerung & Weitergabe
Wenn ein Wegekreuz neu gestiftet wird.
Zu den Delhovener Wegekreuzen gehört auch das Holzkreuz mit Schutzdach. Die historischen Bilder zeigen ältere Zustände und erinnern daran, dass solche Glaubenszeichen nicht unverändert durch die Zeit gehen. Holz verwittert, Standorte verändern sich, und nicht selten braucht es Menschen, die Verantwortung für Erhalt oder Erneuerung übernehmen.
Beim heutigen Holzkreuz ist dies besonders greifbar: Eine Plakette hält fest, dass es von Josef Esser angefertigt und gewidmet wurde. So setzt sich eine alte Tradition fort – nicht nur durch das materielle Kreuz selbst, sondern auch durch die Bereitschaft, einen solchen Ort bewusst für kommende Generationen zu bewahren.



Kleine Denkmäler mit großer Aussage
Die Wegekreuze erzählen Dorfgeschichte im Kleinen.
Ob aus Stein oder Holz, frei im Feld oder inzwischen vom gewachsenen Dorf umgeben: Die Delhovener Wegekreuze sind mehr als nur religiöse Kleindenkmäler. Sie bewahren Namen, Jahreszahlen, Stiftungen und Erinnerungen. Im Vergleich der historischen und heutigen Aufnahmen wird sichtbar, wie eng Glauben, Landschaft und Ortsentwicklung in Delhoven miteinander verbunden sind.