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Die Delhovener Mühle

Die Geschichte der beiden Delhovener Mühlen – von der älteren Bockwindmühle bis zur Turmwindmühle des 19. Jahrhunderts.

Zeitraum17. Jahrhundert bis um 1900
ThemaBockwindmühle und Turmwindmühle

Heute erinnert nur noch die kleine Straße „Im Mühlenend“ daran, dass sich bei Delhoven einst die Flügel einer Mühle im Wind drehten. Tatsächlich muss man sogar zwischen zwei Mühlen unterscheiden: einer älteren Bockwindmühle und einer Turmwindmühle aus dem 19. Jahrhundert.

Die hölzerne Bockwindmühle stand auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel, in Verlängerung der Straße „Am Mühlenend“, auf freiem Feld nördlich des Ortes. Aufgrund ihrer Lage in der Nähe von Straberg und des Klosters Knechtsteden wird sie in älteren Quellen auch als Straberger oder Knechtstedener Mühle bezeichnet. Die einzige bekannte Darstellung dieser Mühle findet sich in einem Kartenwerk des Landmessers Matthias Ehmans aus dem Jahr 1757.

Über das genaue Alter der Mühle ist nichts bekannt. Da jedoch die Flur „Am Mühlenend“ bereits 1699 im Zusammenhang mit einem Hauskauf durch das Kloster Knechtsteden erwähnt wird, ist davon auszugehen, dass die Mühle schon im 17. Jahrhundert existierte.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte die Mühle zum umfangreichen Besitz der Abtei Knechtsteden. Nach der Säkularisation erwarb der Uerdinger Industrielle Herbertz im Jahr 1810 die Klostergebäude und die dazugehörigen Ländereien. In den folgenden Jahren baute er seinen Besitz weiter aus; auch die Delhovener Bockwindmühle gehörte zu diesen Neuerwerbungen.

Das inzwischen stark baufällige Gebäude wurde bereits 1827 durch einen Sturm zerstört. Der Mühlenhügel blieb zunächst bestehen, wurde jedoch 1881 eingeebnet und landwirtschaftlich genutzt.

Schon ein Jahr nach der Zerstörung ließ die Familie Herbertz 1828 eine neue Mühle errichten: eine steinerne Turmwindmühle holländischer Bauart, etwa 500 Meter nordöstlich des alten Standorts. Für das Jahr 1844 ist ein Johann Kürfgen als Pächter belegt.

1856 verkaufte die Familie Herbertz ihren gesamten Besitz in Knechtsteden, einschließlich der Mühle, an den Dortmunder Bergwerksbesitzer Baron von Hövel. Da dieser seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen konnte, wurde das Anwesen 1859 versteigert.

Aus der damaligen Objektbeschreibung sind einige Details überliefert: Zur Mühle gehörten ein Müllerhaus, ein Brunnen sowie landwirtschaftliche Flächen, darunter ein Morgen Ackerland, drei Morgen Entwässerungsgräben und 16 Morgen Bruchland. Die Mühle selbst befand sich in ausgezeichnetem Zustand, da sie kurz zuvor für rund 7000 Taler umfassend renoviert worden war. Der damalige Müller, Friedrich Schneider aus Delhoven, zahlte jährlich 250 Taler Pacht – eine Summe, die nach Einschätzung des Konkursverwalters ohne Weiteres hätte verdoppelt werden können.

Da sich kein einzelner Käufer für den gesamten Besitz fand, wurde das Anwesen aufgeteilt. Die Mühle gelangte in den folgenden Jahren in verschiedene Hände. So ist sie für die Zeit um 1879/83 im Besitz des Delhovener Ziegeleibesitzers Nicolini belegt; 1886 wird ein Johann Ubber aus Straberg als Eigentümer genannt.

Um die Jahrhundertwende stellte der letzte Pächter, Peter-Wilhelm Schneider, den Mühlenbetrieb ein. Kurz darauf wurde die Mühle vollständig abgebrochen.

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